Dampf, Plasma oder Formaldehyd? Die drei wichtigsten Sterilisationsverfahren im Vergleich, und wann welches zählt.
Sterilisation ist nicht gleich Sterilisation. Je nach Instrument, Material und Herstellerfreigabe kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Dieser Artikel zeigt die drei wichtigsten Methoden im Vergleich, inklusive des oft unterschätzten Formaldehyd-Verfahrens.
1. Dampfsterilisation (Autoklav)
Der Goldstandard im OP-Bereich.
- Hohe Wirksamkeit
- Kurze Prozesszeiten
- Ideal für Metallinstrumente
Einschränkung: nicht geeignet für hitzeempfindliche Materialien.
2. Plasma-Sterilisation (H₂O₂)
Modern und schonend.
- Niedrige Temperaturen
- Ideal für Optiken, Kunststoffe, Elektronik
Einschränkung: keine Textilien, keine Flüssigkeiten.
3. Formaldehyd-Sterilisation (FO-Steri)
Das Verfahren für komplexe, temperaturempfindliche Instrumente.
- Niedrige Temperaturen (ca. 55 bis 60 °C)
- Geeignet für thermolabile Materialien
- Gute Penetration in Hohlräume
Einschränkung: längere Prozesszeiten, strenge Anforderungen an Belüftung und Restgasfreiheit, nur mit validierten Geräten und klarer Herstellerfreigabe.
Wann wird FO wirklich gebraucht?
- Endoskopische Instrumente
- Thermolabile Kunststoffe
- Spezielle Implantat-Zubehörteile
- Komplexe Hohlkörperinstrumente
Fazit
Eine moderne AEMP nutzt mehrere Sterilisationsverfahren parallel. Formaldehyd ist kein Ersatz für Dampf oder Plasma, sondern eine wichtige Ergänzung für sensible Instrumente.


